Musterbeispiel für Weserrenaissance: Das Hochzeitshaus in Hameln,
welches als Fest- und Feierhaus der Stadt in den Jahren 1610-17
erbaut wurde. Auf halber Höhe befindet sich unterhalb des
Glockenspiels die Kunstuhr mit der Wiedergabe der
Rattenfängersage.
Die Kunstuhr am Hochzeitshaus zeigt in einem Figurenumlauf die
Geschichte des Rattenfängers: Erst wurden die grauen Nager aus der
Stadt geführt. Als der versprochene Lohn ausblieb, entführte der
Rattenfänger die Kinder. Nur zwei Kinder blieben zurück: Ein
lahmes und ein blindes Kind.
Das Leisthaus in der Osterstraße, erbaut 1585-89. Hier befindet
sich das sehenswerte Heimatmuseum.
Wege in die Nebenstraßen Hamelns verlohnen sich: Am Eingang zur
Großehofstraße liegt der Redenhof, welcher 1568 durch Ernst von
Reden errichtet wurde.
Am Ende der Bäckerstraße findet sich der Münsterkirchhof mit der
Münsterkirche St. Bonifatius. Hier liegt Hamelns älteste
Geschichte und die Verbundenheit zur Reichsabtei Fulda.
Die Weser fließt direkt an der Altstadt vorbei. Hier der Blick
über das Wehr hinüber zum Klüt, dem Hausberg Hamelns.
Prunkstück aller Renaissancestädte ist die Stadt Hameln an der Weser, die weltweiten Rum durch ihre Rattenfängersage erlangt hat. Ursprünge Hamelns finden sich bereits in der Steinzeit, die erste Ortsbenennung findet im Jahre 851 statt, als - veranlaßt durch die Reichsabtei Fulda - direkt an der Weser ein Benediktinerkloster gegründet wurde.
Der im Jahre 1284 erfolgte "Auszug der Hämelschen Kinder", über deren historischen Hintergrund nach wie vor keine vollendete Klarheit besteht, führte zur "Rattenfängersage", die in den Sommermonaten auf der Terrasse des Hochzeitshauses sonntäglich aufgeführt wird. Eine am Hochzeitshaus angebrachte Kunstuhr mit Figurenumlauf zeigt die Sage mehrmals täglich.
Noch in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges erfolgte amerikanischer Artilleriebeschuß der Stadt. Die Marktkirche St. Nikolai neben dem Hochzeitshaus wurde zerstört, in den Jahren 1957-59 jedoch wieder aufgebaut. Das neben dem Hochzeitshaus stehende und ebenfalls zerstörte Rathaus wurde aus verkehrstechnischen Gründen nicht mehr errichtet.
Gegenüber dem Hochzeitshaus steht die Rathsapotheke, in welcher der Apotheker Dr. Friedrich Wilhelm Adam Sertürner als erster Privatbesitzer der zuvor städtischen Apotheke von 1821-41 wirkte und das Morphium entdeckte. Eine vom deutschen Apothekerverein im Jahre 1904 gewidmete Gedenktafel am Hochzeitshaus erinnert heute noch an Dr. Sertürner.
Die heutige Stadt, die ihren wunderbaren alten besichtigungswerten Stadtkern mustergültig erhalten konnte, zieht Besucher von weither an. Altes Fachwerk und prachtvolle Steinbauten wechseln einander ab. Die Stadt hat heute ca. 60.000 Einwohner.
Die drei großen Hauptstraßen im Altstadtbereich, die Osterstraße, die Bäckerstraße und die Ritterstraße, bilden den Ausgangspunkt für mannigfaltige Besichtigungen. An diesem Ausgangspunkt stehen auch die Marktkirche St. Nikolai und das Hochzeitshaus. Es verlohnt sich, immer wieder einen Blick in die zahlreichen Nebenstraßen zu tun.
In der Osterstraße finden sich als herausragendste Bauwerke das Stiftsherrenhaus, das Leisthaus (in welchem sich seit vielen Jahren das hochinteressante Heimatmuseum befindet) und das Rattenfängerhaus. Aber auch die alte Reichspost, die mittlerweile anderweitig genutzt wird, ist ein Beispiel herausragender und erhaltenswerter Baukunst. Ebenso ein Beispiel für typische Weserrenaissance ist das Haus "Rattenkrug", welches sich in der Bäckerstraße findet. In der Bäckerstraße ist auch die Löwenapotheke beachtenswert; in ihrem Giebel ist ein sechszackiger Stern zu sehen. Entgegen einer Inschrift am Haus der Apotheke ist der Stern aber keineswegs Beweis für eine alte jüdische Schutzburg, denn der Davidstern ist als jüdisches Symbol erst seit dem 19. Jahrhundert gebräuchlich und steht auch auf einer Spitze, während das Symbol an der Löwenapotheke auf zwei Spitzen steht und folglich eher die Aufgabe hatte, böse Geister zu vertreiben.
Am Ende der Osterstraße befindet sich die Garnisonskirche, die als Sakralbau lange ausgedient hat und heute von der Sparkasse genutzt wird. Es handelt sich um einen einfachen Barockbau von 1713.
Am Ende der Bäckerstraße findet man leicht zum Münsterplatz und zur Münsterkiche St. Bonifatius. Der Besuch der dreischiffigen gotischen Hallenkirche mit ihrem achteckigen Vierungsturm verlohnt sich; man vergesse nicht den Abstieg in die romanische Krypta.
Wer am Ende der Osterstraße links in den Kastanienwall einbiegt und diesem folgt, findet zwei alte Wehrtürme der Stadt, den Haspelmath- und den Pulverturm, die noch Zeugnis von der Zeit geben, da Hameln mit einem befestigten Wehrwall umgeben war.
Auch die nahe Umgebung der Stadt bietet Erholungssuchenden mannigfaltige Ausflugsmöglichkeiten. Wer einen guten Blick über das gesamte Stadtensemble erhalten möchte, fährt oder geht auf den Klüt, dem Hausberg Hamelns, hinauf. Von dort aus hat man eine wunderschöne Aussicht über die gesamte Stadt und die gegenüberliegenden Berge. Unweit des Klüts findet sich auch im Forsthaus Finkenborn Gelegenheit zur Einkehr.
Auch auf der diesseitigen Weserseite Hamelns finden sich viele Ausflugsgebiete. Beachtenswert ist die nahe Umgebung des Forsthauses Wehl und die oberhalb Hamelns gelegenen Wälder des Schweinebergs mit der weithin bekannten Märzenbecherblüte und dem Forsthaus Heisenküche.
Die alte Weserstadt Hameln hat noch bei weitem mehr zu bieten. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, wenn Sie der Stadt einen Besuch abstatten.
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